Warum ich die AfD nicht mag


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Ich wurde heute auf Facebook gefragt, warum ich die AfD nicht leiden kann. Es freut mich, dass jemand sachlich nachfragt und nicht (wie viel zu oft) mit Beleidigungen antwortet. Daher nehme ich mir die Zeit dies mal ausführlich zu “Papier” zu bringen.

Meine aktuelle Abneigung der AfD gegenüber beginnt schon mit der Vorsitzenden Frauke Petry, die ich furchtbar unsympathisch finde (z.B. in Ihrem Auftritt bei Hart aber Fair). Zu dieser ganz subjektiven und wenig fundierten Einschätzung kommen aber Aussagen der Partei, mit der ich nicht nur nicht einverstanden bin, sondern die ich ekelhaft finde.

“Wir sollten eine Einwanderung von Menschen, die unserer kulturellen Tradition völlig fremd sind, nicht weiter fördern, ja wir sollten sie verhindern” (Alexander Gauland, Quelle)

Herr Gauland meint damit explizit Menschen aus dem nahen Osten. Und er schließt damit generell Menschen aus dem nahen Osten aus. Er möchte den Flüchtlingen aus Syrien nicht helfen, sie nicht aufnehmen, sie im Stich lassen. Menschen, die vor Krieg, Hunger und Terror fliehen. Kinder und Familien. Das kann ich nicht gut heißen und das werde ich niemals unwidersprochen stehen lassen.

Abgesehen davon, dass die Flüchtlinge eine Chance für Deutschland darstellen, finde  ich es menschlich den Flüchtlingen zu helfen und unmenschlich es nicht zu tun. Manchmal ist das schlimme das, was nicht getan wird. Zusätzlich generalisiert Gauland hier in einer vollkommen unzulässigen und dumpfen Art und Weise. Denn mit Sicherheit sind nicht alle Menschen im nahen Osten mit Deutschland vollkommen unvertraut. Genau so wenig, wie alle Deutschen Bier trinken oder alle Dresdner bei Pegida mitlaufen. Integration kann funktionieren. Es gibt dafür genug Beispiele. Eben so, wie für Deutschlands Chancen, die sich hinter der Zuwanderung verbergen. Wir rufen uns  dazu kurz ins Gedächtnis, dass Steve Jobs der Sohn eines Syrischen Einwanderers ist und, dass wowohl Cem Özdemir, als auch Fatih Akin Türkische Eltern haben.

Die Unterstützung der AfD für Pegida und die Tatsache, dass AfD Mitglieder sowohl im Ursprünglichen Orga Team, als auch an Ablegern beteiligt waren (und immer noch sind) ist im Zusammenhang mit den jüngsten Äußerungen von Akif Pirinçci nicht weniger Abstoßend, als Gaulands Aussage.

“Schön deutsch soll Erfurt bleiben” (Björn Höcke, Quelle)

Ist nicht anderes, als ein verklausuliertes 444 – “Deutschland den Deutschen”. Es klingt nicht so dumpf und Höcke ist auch sicher nicht so dumpf, wie es die vier bemitleidenswerten “Darsteller” in dem NPD Video sind, aber es nichts desto trotz eine nationalistische Parole. Warum das schlecht ist? Weil es ein “Wir” gegen “die” schafft. Und weil es impliziert, dass Erfurt nur dann schön bleibt, wenn dort nur Deutsche leben. Es legt nahe, dass “die anderen” schlecht sind. So spaltet man eine Gesellschaft in “uns deutsche” und “die Ausländer”. Wo so etwas hinführt wissen wir: Es führt zu nichts gutem.

Darüber Hinaus findet Höcke, dass nicht alle in der NPD rechtsextrem sind (Quelle). Dazu fällt mir dann eigentlich auch nicht mehr viel zu ein. Wer Nazis verharmlost muss sich nicht wundern, wenn er mit Ihnen in eine Ecke gestellt und ausgegrenzt wird.

“Verbrechen Bekämpfen. Bürger schützen” (AfD Wahlplakat, Quelle)

Klingt doch eigentlich gut? Was hat er denn gegen Verbrechensbekämpfung? Gar nichts. Sie ist wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Aber “Bürger schützen” schließt alle aus, die keine Bürger sind. Touristen, Geschäftsreisende, Migranten und Flüchtlinge muss man anscheinend nicht schützen. Vielleicht nicht beabsichtigt, in jedem Fall aber keine kluge Aussage. Und ganz nebenbei kann man daraus auch interpretieren, dass Verbrecher eigentlich keine Bürger sind. Gleicher Fall, vielleicht nicht beabsichtigt, aber trotzdem dumm.

Zu solchen Aussagen gesellen sich ehemalige NPD Mitglieder, die man raus werfen musste, ein Burschenschafter als Kandidat in Hamburg oder eine stellvertretende Vorsitzende, die für “eigentümlich frei” schreibt. Eine Zeitschrift, die von Politikwissenschaftlern der Neuen Rechten zugeordnet wird. Man könnte diese Liste lange weiterführen, aber das würde dann doch ein wenig eintönig braun.

Abschließend möchte ich anmerken, dass uns die Integration der Flüchtlinge vor eine riesen Herausforderung stellt. Es ist eine unglaublich große Aufgabe so viele, so unterschiedliche Menschen in eine Gesellschaft zu integrieren. Wir haben gesehen, dass Integration nicht von selbst passiert. Wir haben gesehen, dass Integration nicht einfach ist. Aber wenn wir es richtig angehen, können wir gemeinsam mit den Flüchtlingen und den Migranten ein neues, ein besseres Deutschland schaffen.

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